Süntelbuche auf dem Friedhof Aerzen

Ein Ort den ich ebenfalls sehr mag, ist der Stadtfriedhof Aerzen.
Bereits wenn man vor dem Friedhof parkt kann man die große Süntelbuche die in der Mitte des Friedhofs steht sehen.

Diese große Süntelbuche ist der wohl eindrucksvollste und auffälligste Baum auf diesem Friedhof. Ihre Ausstrahlung ist sehr erdig, fast schon unterweltlich.
Direkt unter dem Baum steht eine kleine Bank auf der man zur Ruhe kommen und meditieren kann um sich mit dem Baum / dem Ort zu verbinden.
Der Ort ist prädestiniert dafür, Altes und Verbrauchtes loszulassen und dort abzulegen.
Ich selbst habe dort einige Jahre lang z.B. meine Räucherasche symbolisch abgelegt.
Einige alte Grabsteine die lose unter dem Baum abgestellt sind, geben den Ort zusätzlich noch etwas mystisches.

Aber auch wenn die alte Süntelbuche der auffälligste Baum des Friedhofes ist, so ist es nicht der einzige interessante Platz dort.
Zwei Eschen bilden ein starkes Tor,  zwei Birken bilden ein weiters.
Wohin die Tore führen? Mit Fingerspitzengefühl, den nötigen Respekt, etwas Mut, einem offenen Herzen und klaren Blick kannst du es selber herausfinden …

Die lange Nacht der Religionen 2017

AM 26.5.17 war es wieder soweit, die lange Nacht der Religionen in Berlin stand an.
Bereits am Vortag reiste ich in Berlin an um dann gleich am nächsten Morgen bei den Vorbereitungen für die lange Nacht zu helfen.

Nachdem die Infostände aufegbaut und dekoriert waren machten wir uns auf den Weg zu der weißen Tafel der Religionen.
Die weiße Tafel der Religionen ist die Veranstaltung zur Eröffnung der langen Nacht der Religionen. Jede Teilnehmende Gemeinschaft hat dort an einem kleinen Tisch einige Vertreter stehen um mit Interessierten in Kontakt zu treten.
Zum ersten Mal hatten auch die Paganen einen Tisch.

Es dauerte auch nicht lange, bis sich eine kleine Menschentraube um unseren Tisch gebildet hatte und jeder von uns in ein Gespräch verwickelt war.
Für mich war es das erste Mal, dass ich in so einer Situation war und ich war positiv überrascht wie aufgeschlossen und freundlich die Menschen auf unsere kleine Gemeinschaft reagierten. Es wurden reichlich Flyer und Infomaterial verteilt.
Die Stunde an der weißen Tafel verging wie im Flug.

Zurück auf dem Gelände der Paganen Wege Berlin trafen wir dann auch einige Gesichter wieder, die wir zuvor an der weißen Tafel kennen gelernt hatten.
Wieder wurden interessante Gespräche geführt, Vorträge konnten besucht und an verschiedenen Ritualen teilgenommen werden.

Es war ein langer und auch anstrengender Tag, aber eine ganz wundervolle Erfahrung.
Vielleicht haben wir ja auch in Hannover einmal das Glück eine lange Nacht der Religionen zu erleben und dann werden die Paganen auch hier mit dabei sein.

(Bilder: OBOD, Heiden TV )

Offenes Ritual Jul 2016

Gestern war die längste Nacht des Jahres – jeder nennt diesen Tag anders.
Druiden nennen ihn  Alban Arthan (oder Alban Arthuan),andere Heiden / Pagane nennen ihn Yule oder auch Jul, wieder andere schlicht „Winter solstice“ und auch „Mittwinter“.

Für mich persönlich ist dies schlicht die längste Nacht des Jahres und der baldige Beginn der wieder länger werdenden Tage.
Ein Tag voller Hoffnung und Wärme.

So lud ich zu einem offenen Ritual am „Rad“ in der Eilenriede.

Waren wir beim letzten offenen Ritual noch zu zweit, so waren wir gestern schon zu dritt.
Wir steigern uns langsam.
Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt und einem eisigen Wind , liegt die Vermutung nahe, dass es einigen schlicht zu ungemütlich war.

Wir drei Frauen waren dick eingepackt dann aber doch draußen – und haben es nicht bereut.
Lediglich zwei kleine Laternen markierten den Eingang zum Labyrinth und eine Laterne sein Zentrum. So schritten wir schweigend über verschlungene Pfade.
Im kalten Wind sangen uns die Bäume ein knarrendes Lied.
Im Zentrum des Labyrinths angekommen, begaben wir uns dann auf eine Trancereise zum dunkelsten Punkt in unserer Seele, um dort unserem eigenen strahlenden Selbst zu begegnen und das Licht von dort aus in die Welt zu tragen.
Heißer Gewürztee vertrieb zumindest ein wenig die Kälte bevor wir mit Kerzen in den Händen wieder aus dem Labyrinth auszogen.

Es war ein schlichtes Ritual, aber dennoch sehr kraftvoll und schön.
Ich danke den Teilnehmerinnen für ihr Mitwirken und freue mich auf das nächste offene Ritual – dann vielleicht mit vier Personen? 😉

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Das erste rote Zelt in Hannover

Am 25.11.2016 war es endlich soweit: das erste rote Zelt in Hannover fand statt.

Rotes Zelt? Was ist ein rotes Zelt?
Kurz gesagt: das rote Zelt eine Veranstaltung von Frauen für Frauen.
Enstanden ist die Idee in Amerika, so langsam schwabbt es aber auch zu uns nach Deutschland über.Es gibt einige rote Zelte in Deutschland die regelmäßig stattfinden eine kleine Liste gibt es z.B. HIER

Das rote Zelt ist in den seltensten Fällen tatsächlich ein Zelt, meist ist es ein größerer Raum z.B. in einer Praxis der dafür hübsch rot dekoriert und ausgestattet ist.
Warum ausgerechnet Rot?
In vergangenen Zeiten verbrachten Frauen teilweise die Zeit ihrer monatlichen Blutung an einem Ort an dem sie ungestört sein konnten. Nicht weil sie sich schämten, sondern weil sie sich die Zeit zur Einkehr, Erholung oder Spiritualität genommen haben.
Auch diese sog. „Mondzelte“ entstehen zur Zeit wieder.
Rot ist aber auch die Farbe der Kraft. Der „Frauenkraft“.
Und genau darum geht es in einem roten Zelt.
Heute trifft Frau sich nicht nur wenn sie Ihre Periode hat, sondern einfach um einmal unter sich zu sein und Kraft zu schöpfen.

Ein rotes Zelt bietet Raum für Frauen jeden Alters.
Raum zu sein und Raum zu werden.
Ein Raum, in dem Frau alle Masken und Hüllen ablegen und einfach Sein kann.
In einer Frauengemeinschaft kann Frau so sein wie sie ist, kann sie reden über was sie möchte oder einfach nur Kraft in der Gemeinschaft finden.
Da wird gelacht und geweint. Meditiert und Tee getrunken.

Durch den Stammtisch in Hannover fand ich heraus, dass hier in Hannover durchaus Interesse an einem roten Zelt besteht.
Da ich selber aber noch nie ein rotes Zelt veranstaltet habe, habe ich für das erste Mal die liebe Claudia aus Braunschweig zu uns eingeladen.   Rotes Zelt Braunschweig

Ich habe einen Raum in einer Naturheilpraxis angemietet und Claudia hat den Abend dann gestaltet und geleitet.
Das Thema des Abends war: „Ariadne und der Faden durch das Labyrinth des Lebens“.
Und wir waren zahlreicher als ich erwartet hatte. 11 Frauen waren wir insgesamt – ich war völlig begeistert!
Nach einer kleinen Vorstellungsrunde folgte eine Atemübung, ein Lied und ein Abend voller wunderbarer Gespräche.
Als Erinnerung an diesen schönen Abend knüpfte jede sich noch ein Band aus verschiedenen bunten Fäden.

Es war ein wunderbarer Abend unter Frauen.
Da der Abend so gut ankam, wird es sicherlich noch weitere rote Zelte in Hannover geben.
Nur einen kleinen Wermutstropfen gibt es: Ich hatte meine Kamera zuhause vergessen, weshalb ich leider keine Bilder für Euch habe.
Aber beim nächsten roten Zelt in Hannover, werde ich fleißig Bilder schießen – versprochen.

Samhain 2016

Mein Terminplaner gab keinen anderen Tag mehr her, deshalb haben wir bereits gestern Samhain gefeiert.
Das Ritual wurde als offenes Ritual angelegt und es gab auch reichlich Interesse und mehrere Zusagen. Doch scheinbar sollte es nicht so sein, denn entweder es wurde kurzfristig abgesagt, oder einfach nicht erschienen.
Ich würde lügen, würde ich sagen, ich wäre nicht enttäuscht gewesen … aber das währte nicht lange, wir haben uns eben zu zweit einen schönen Abend gemacht.
Pech für die, die es verpasst haben 😉

Die mitgebrachten Kürbisse ließen sich sehr leicht verarbeiten und waren das Leuchtfeuer um welches wir uns mit unseren Ahnen versammelten.
Da zwei Personen nun mal keine Gruppe sind, musste ich ein wenig improvisieren, aber das war kein Problem.
Die Trancereise gewährte uns einen Rückblick auf das vergangene Jahr, auf das was wir erreicht hatten und was vielleicht noch unerledigt geblieben ist.

Die anschließende Divinationsrunde gewährte uns dann einen Blick in die Zukunft.

Ich hoffe sehr, dass bei dem nächsten geplanten Ritual die Leute auch kommen wenn sie zusagen, es ist schon blöd, wenn man die ganzen Planungen ganz umsonst angestellt hat.
Dennoch, wir hatten auch zu zweit ein tolles, gesegnetes Ritual.

 

Duke Meyer hat aus seinem Buch „Das Lied der Eibe“ gelesen

Es ist nun schon ein paar Tage her, doch ich berichte dennoch mal von dem schönen Abend den wir hatten.

Wir trafen uns am 8. September im Cafe Konrad um in geselliger Runde den Worten vom Duke zu lauschen.
Nachdem dann auch alle mit Getränken versorgt waren, begann der Abend mit einem sehr schönen Lied, gesungen von Peti Songcatcher.
Es folgte der Hauptteil der Veranstaltung: etwa 1 Stunde lang hat Duke uns ausgewählte Passagen aus seinem Buch vorgelesen.
Es folgte eine entspannte Rederunde und ein geselliger Ausklang des Abends – auch dieser wurde wieder mit einem kleinem Lied abgerundet.

Wer auf der Suche nach einem Buch über Runen ist, aber kein einfaches Handbuch, esoterisches Gesäusel oder nationalistisch geprägte Halbwahrheiten sucht, ist mit dem Buch „das Lied der Eibe“ sicher gut beraten.
Gut recherchiert enthält es sowohl historische Fakten als auch emotionale Herangehens- und Sichtweisen.
Ich kann das Buch sehr empfehlen und auch der Großteil der Teilnehmer an den Abend ging mit einem Exemplar heim.

Es war ein sehr schöner Abend, wir waren insgesamt 13 Personen und die Stimmung war sehr gut.
Nachdem wir alle angefallenen Kosten gedeckt hatten, blieb sogar noch ein wenig Geld über. In Absprache mit Duke haben wir diesen „Überschuss“ an das Seminarhaus Sternschnuppe in Oldenbüttel gespendet, da sich das Seminarhaus grade in finanziellen Schwierigkeiten befindet.

Der Abend kam so gut an, dass wir Duke zu einem Workshop nach Hannover eingeladen haben und hoffen, dass dieser ebenso gut angenommen wird wie die Lesung.

Die Hühnengräber der Burgruine Plesse

Wir haben vor einigen Wochen die Burgruine Plesse bei Göttingen als Startpunkt für eine unserer Wanderungen ausgesucht. Gefunden haben wir aber neben einer grandiosen Aussicht auch einige wunderbare Plätze.

Die Burg wurde 1015 erbaut und ist heute nur noch in Teilen nutzbar. Unter Anderem kann man dort Heiraten und Feiern.
Bevor die Burg dort gebaut wurde, befand sich auf dem Berg ein Hühnengräberfeld. Erwähnt wird dies lediglich auf einer der Infotafeln vor Ort.
Spüren kann man das aber heute noch.
Die Kappele der Burg wurde auf den Hühnengräbern errichtet. Eine gängige Praxis zu der damaligen Zeit.

Auf den ersten Blick erkennt man davon aber nichts mehr – weder von den Gräbern noch von der Kapelle. Das Hinweisschild dass der  besagte Bereich ein Bodendenkmal ist, und nicht betreten werden darf hilft da auch nur wenig – wie man leider an den vielen Trampelpfaden erkennen kann.

Der ganze Bereich ist sehr erdig und kraftvoll.
Vor dem „Eingang“ zur ehemaligen Kapelle befindet sich eine Linde, die den Ort mit ihrer Energie bereichert.

Vom Hof kommend stehen an den Mauern zwei Buchen die einen leichten Übergang in andere Welten ermöglichen.
Ich konnte leider nur einen kurzen Moment dort stehen und mich auf den Ort einstimmen, da dort grade Bauarbeiten im Gange waren.
Doch konnte ich ganz klar die Schwelle und deren Hüter erspüren. Ich vermute dass man hier mit etwas mehr Zeit und Ruhe noch einiges „erleben“ kann.

Auch durchaus sehenswert ist die Goethelinde, welche ebenfalls auf der Burgruie steht – ein kurioses Nauturdenkmal. Leider konnte ich nicht genaueres zu ihr herrausfinden.

Fazit:
Ein erdiger, kraftvoller Ort der eine Meditation oder Trancereise wert ist – was sich außerhalb des Tourismustrubels empfiehlt.

Die Schrabsteine im Süntel

Unsere erste offene Kräuterwanderung führte uns vor einigen Wochen zu diesen Ort.

Bei den „Schrabsteinen“ handelt es sich sozusagen um die kleinen und unbekannteren Brüder des Hohensteins im Süntel.
Entstanden sind sie durch einen Abrutsch des Gesteines, daher auch der Name „Schrabstein“.
Der kleinere der beiden wird auch „Krähenstein“ genannt.

Leider wurden vor einigen Jahren die Beschilderungen zu diesen Orten komplett entfernt und auch die Wege teilweise mit umgelegten Bäumen versucht zu verbergen.
Warum das so ist, weiß keiner so genau. Wir vermuten es soll zur Sicherheit der Wanderer dienen. Das klappt nur so bedingt, denn da die Steine lange Jahre ein beliebtes Ausflugsziel waren sind sie sozusagen ein offenes Geheimnis.

Unsere Wanderung hat ihren Anfang am Waldbad Rohden genommen.
Über einen kleinen Weg entlang des Dorfrandes, gelangten wir auf den offiziellen Wanderweg und stiegen den „langen Jammer“ hinauf.

Es dauert auch gar nicht so lange, da kommt man an den ersten der beiden Steine.
Direkt am Weg und nicht zu übersehen oder zu verbergen, liegt hier der „Krähenstein“.
Dieser ist als Aussichtspunkt gekennzeichnet und mit einer Bank versehen.

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Die Energie hier fühlt sich ganz ähnlich an wie auf dem Hohenstein, man spürt wie die Energie hinabfliest und fühlt sich versucht stets noch einen weiteren Schritt Richtung Abgrund zu tun. 

Um zu dem größeren der beiden Steine zu gelangen folgt man dem Wanderweg noch etwas weiter Richtung Langenfeld. Nach einigen Metern geht ein weiterer Wanderweg rechts ab. Hier nun wird es etwas schwieriger den richtigen Weg zu finden, denn der Weg wurde mit einem umgelegten Baum einfach geschlossen.
Mit den Jahren ist der einstige Wanderweg im Hintergrund zugewuchert und nur ein kleiner Trampelpfad führt noch zu dem Schrabstein.
Wer nicht weiß wo er suchen muss, läuft einfach vorbei.
Folgt man dem Trampelpfad kommt man bald zu einer Futterstelle für Wild. Dort nun hält man sich rechts. Es geht einen kleinen Abstieg recht steil hinab und der Weg ist durch Geröll rutschig. Hier ist also Vorsicht geboten, doch der kurze Abstieg lohnt sich!
Der Ausblick ist atemberaubend.
Die Energie ist wunderbar erdig und gleichzeitig auch luftig frei – schwer zu beschreiben, aber einfach traumhaft!

Fazit:
Der Weg ist zwar beim ersten Mal schwierig zu finden, wenn man aber erstmal weiß wo es langgeht geht man den Weg gerne.
Die Energie ist wunderbar erdig und der Ort ist sehr aufgeschlossen für magische Aktivitäten.

Das Ritual ihrer heiligen Feuer

 

Der Covenant of Hekate hat zum wiederholten Male den Ritus ihrer heiligen Feuer gefeiert.
Und zum dritten Mal wurde dieses Ritual im Hekate Heiligtum Bodenwerder (ehemals Aerzen) in einem Gruppenritual gefeiert.

Beim Ritus ihrer heiligen Feuer wird die Göttin Hekate auf der ganzen Welt geehrt.
Seit 2010 findet zu jedem Vollmond im Mai das Ritual ihrer Heiligen Feuer statt. Ein Ritual zu ehren der Göttin Hekate das ihre Mysterien der Dunkelheit und des Lichts zelebriert und ihre Verehrer auf der ganzen Welt zu diesem Fest miteinander verbindet. Überall in der Welt feiern einzelne Menschen und kleine Gruppen dieses Fest und beteiligen sich an dem Ritual ihrer Heiligen Feuer.
Eigentlich war der Ritus nur als einmaliges Ritual vom CoH geplant, doch die Teilnahme und die Resonanzen waren so enorm, dass sich daraus ein jährlich wiederkehrendes Ereignis entwickelt hat und der Ritus jedes Jahr von mehr Menschen zelebriert wird.

Wir haben das Ritual in einer Gruppe von 10 Personen gefeiert.
Die Energie war sehr inteniv und zum ersten Mal haben wir einen Orakelspruch durch eine Teilnehmerein fest im Ritual eingeplant.
Ich find es jedes Jahr erstaunlich wie sehr sich die Energie all der Menschen die an diesem Tag den Ritus zelebrieren doch verändert und verstärkt.
Es war wie immer ein wunderschönes Ritual und ich freue mich auf das nächste Ritual bei und mit Florian.
Für mehr Informationen zu Hekate, dem Covenant of Hekate oder dem Heiligtum in Bodenwerder schaut auf diese Seite:
Hekate Tempel

Der Gartenfriedhof, Hannover

Zugegeben, auch ich bin während meiner Ausbildung täglich an diesem Ort vorbeigelaufen ohne ihn zu beachten. Erst als ich in einem Buch über Naturdenkmäler darüber gestolpert bin, wurde ich wirklich auf diesen Ort aufmerksam. Was schade ist, denn er ist durchaus einen Besuch wert.

1741 entstand dieser Friedhof zwischen Gemüse- und Hopfengärten, nur durch eine Hainbuchenhecke abgegrenzt. Eigentlich sollte er damals „der neue Kirchhof vor dem Aegidientore“ getauft werden, doch die Anwohner fanden den Namen Gartenfriedhof schöner und so blieb dieser Name bis heute.
1826 wurde der Friedhof geschlossen.

Der Friedhof beherbergt eine ganze Reihe an bekannten Persönlichkeiten.
Die wissenschaftlich engagierte Caroline Herschel und Charlotte Kestner die Jugendliebe Johann Wolfgang von Goethes sind die wohl bekanntesten Namen. Eine Tafel am Eingang des Friedhofs nennt aber noch viele weitere.

Auf dem Friedhof stehen viele alte und eindrucksvolle Bäume.
Am meisten hat mich eine Rotbuche beeindruckt. Umgeben von verschiedenen Grabanlagen beherrscht sie mit ihrer Größe und vor allem durch ihre Energie den Ort. Wenn man unter ihr Blätterdach tritt ist es, als würde man in eine andere Welt versetzt. Dort scheint die Zeit still zu stehen und auch der Lärm der anliegenden Marienstraße scheint zu verstummen. Eine tiefe, erdige Energie durchströmt den Baum und seine nahe Umgebung. Ich vermute dies ist auch auf eine hier vorbeilaufende Leylinie zurück zu führen.

 

Natürlich gibt es auch noch andere eindrucksvolle Bäume auf dem Gelände.
Zum Beispiel eine Kastanie, die sich nicht darum kümmert, dass auf der Grabplatte steht sie solle auf ewig geschlossen bleiben. Mit den Jahren hat der Baum die Platte einfach angehoben. Auch dieser Baum hat eine besondere und freundliche Ausstrahlung, im allgemeinen eine leichtere Energie als die der nahen Rotbuche.
Auch sehenswert ist der Ahornbaum der mit seinem Holz die schmiedeeisernen Stäbe eines Grabzaunes zu verschlingen scheint. Es ist wahrscheinlich dass ein spielendes Kind den Baum in jungen Jahren durch den Zaun gewunden hat. Freiwillig wächst wohl kein Baum so grotesk. Das genaue alter des Baumes ist unbekannt, in der Literatur wird er aber auf etwa 90 Jahre geschätzt und zählt damit zu den älteren seiner Art.

 

 

Besonders berührt hat mich ein Grabmal, welches von einer traurigen und schwermütigen Energie umgeben ist. Es wurde einer Frau Anne Marie Behrens gewidmet.
Der verbliebene Ehemann muss wirklich sehr unter dem Verlust seiner Frau gelitten haben. Nichtnur aufgrund der umgebenden Energie, auch weil das Grab aufwendig und sehr detailiert ist und daher wohl nicht ganz kostengünstig gewesen sein wird.

 

Der Gartenfriedhof ist ein Ort an dem man durchaus kraftvolle Plätze finden kann.
Allerdings ist es nicht grade ein stiller Ort mit der Marienstraße und dem Aegidientorplatz anbei. Leider werden viele der Bänke auch von Alkoholikern belagert und der Weg durch den Friedhof als Abkürzung und Hundeklo genutzt.
Die Initiative Renaissance Gartenfriedhof e.V.i.L hat versucht an diesen Zuständen etwas zu ändern und die Grabmäler zu restaurieren. Leider nur mit sehr mäßigem Erfolg, weshalb dieses Jahr die Auflösung der Renaissance Gartenfriedhof  bekannt gegeben wurde. Wie es nun genau weitergehen wird ist unklar. Fest steht, dass dieser Denkmalgeschützte Ort wirklich mehr Respekt verdient hätte.

Fazit: Wer die etwas unschönen Seiten des Friedhofslebens ausblenden und mit der erdigen und teils schweren Energie eines alten und ehrwürdigen Friedhofes umgehen kann, der findet hier sicher unter einen der alten Bäume seinen Platz.